Der Umgang mit dem Makler

Neubauprojekt Himmerreichstraße 37 in Stuttgart

Häufig werden auch Neubau-Immobilien von Maklern vermittelt.  Unser Foto zeigt das Neubauprojekt Himmerreichstraße 37 in Stuttgart

Aktuell steht wieder eine Reform der Maklerprovisionen zur Debatte. Künftig soll auch hier das Bestellerprinzip greifen: Wer den Makler beauftragt, soll ihn zahlen. In der Regel sind das die Immobilienverkäufer oder die Vermieter. Der Entwurf wird stark kritisiert. Experten befürchten, dass bei seiner Durchsetzung die Maklergebühren auf die Miet- bzw. Kaufpreise aufgeschlagen werden. Das wäre kein guter Ansatz insbesondere im Großraum Stuttgart, wo die Wohnungen generell knapp sind.

Welche Voraussetzungen ein Makler mitbringen sollte und was Immobilienkäufer im Umgang mit Maklern beachten sollten, darum geht es im heutigen Blogbeitrag.

Makler brauchen keine abgeschlossene Berufsausbildung

Wer Makler werden will, braucht keine abgeschlossene Ausbildung. Es genügen ein Gewerbeschein und eine Erlaubnis gemäß § 34c der Gewerbeordnung. Diese kostet je nach dem Ermessen der ausstellenden Behörde zwischen ca. 100 EUR und ca. 1.750 EUR. Voraussetzung für die Erlaubnis ist, dass der Antragsteller nicht vorbestraft ist und in geordneten finanziellen Verhältnissen lebt, d.h., nicht von Insolvenz bedroht ist.

Wer sich darüber hinaus als Makler positionieren will, tut gut daran, Mitglied in einem Verband zu sein, zum Beispiel dem Immobilienverband Deutschland, Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e.V. (IVD). Vorgeschrieben sind hier eine Aufnahmeprüfung und die Teilnahme an regelmäßigen Weiterbildungen. Des Weiteren müssen künftige Mitglieder vorweisen, dass sie hauptberuflich als Makler tätig sind und einen Ehrenkodex unterschreiben.

Bestehen Sie bei Verträgen auf klare Aussagen

Für Immobilienkäufer ist der Makler häufig der erste Ansprechpartner für das Bauprojekt. Aber: der Makler ist ein Vermittler und kein Vertragspartner! Das Exposé, das der Makler aushändigt, ist nicht bindend. Die Immobilie kann in der Endfassung anders aussehen, als im Exposé verzeichnet. Zwar ist der Makler verpflichtet, dem künftigen Käufer mitzuteilen, wenn er Zweifel an der Richtigkeit der im Exposé gemachten Angaben hat, er haftet jedoch nicht für das Exposé.

Käufer sollten deshalb bei allen Vertragsabsprachen auf ein klares „Ja“ oder „Nein“ bestehen und alle Zusagen sowohl vom Makler als auch vom Verkäufer schriftlich bestätigen lassen. Auch wenn der Makler noch so freundlich ist und man sich schnell einig wird: ein „Vielleicht“ als Antwort bei Fragen zu konkreten Verträgen und eine mündliche Zusage ohne schriftliche Bestätigung sind nicht bindend.

Der Vermittlungsvertrag vom Makler

Wer einen Makler hinzuzieht, unterzeichnet in der Regel nach erfolgreicher Vermittlung eines Objektes einen Vermittlungsvertrag. Dafür fällt eine Courtage oder Provision, das sind in der Regel 3% zzgl. Mehrwertsteuer vom Gesamtpreis, an. Die Höhe der Courtage/Provision unterscheidet sich je nach Region.

Beachten Sie: Der Vermittlungsvertrag muss auf die Durchführung des Hauptvertrags ausgerichtet sein. Unterzeichnen Sie keinen Vertrag, bei dem es ausschließlich um die Vermittlung des Objektes ohne konkrete Zusagen zur Durchführung des Hauptvertrages geht!

Die Courtage sollte definitiv erst bei Durchführung des Hauptvertrages zustande kommen. Anderenfalls muss die Courtage gezahlt werden und entfällt unter Umständen – falls der Hauptvertrag „platzt“.

Damit ein Makler seine Provision erhält, sollten die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:
• Vermittlung des entsprechenden Objektes
• Zustandekommen eines Maklervertrages
• Zustandekommen eines Hauptvertrages
• Der Makler hat zum Zustandekommen des Hauptvertrages beigetragen

Mehr Informationen zu Qualitätskriterien von Immobilienmaklern finden Sie beim Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen.

Informationen zu aktuellen Bauvorhaben und Bauprojekte im Großraum Stuttgart erhalten Sie auf dem neubau kompass.