Stadt am Fluss: Stuttgart bekommt mehr Neubauwohnungen am Wasser

2027 startet die Internationale Bauausstellung (IBA) StadtRegion Stuttgart. Als Instrument der Stadtplanung sind Internationale Bauausstellungen sehr beliebt. Hier werden wegweisende Ideen und Projekte an den Start gebracht. Seit mehr als hundert Jahren gibt es Bauaustellungen. Bestimmende Themen heutzutage sind unter anderem Mobilität, Nachhaltigkeit, durchmischte Quartiersentwicklung und neue Arbeitswelten.  Die Stadt Stuttgart hat bereits elf Projekte für die IBA27 eingereicht. Und etwas ist bereits heute klar: Künftige Neubauprojekte in Stuttgart sollen nah am Neckar entstehen.


Damit will die Stadt bislang brach liegende Potenziale nutzen, die Berlin zum Beispiel mit zahlreichen Bauvorhaben an der Spree bereits ausgeschöpft hat. Insgesamt 2.500 Neubauwohnungen könnten am Neckar entstehen. Das entspricht der riesigen Nachfrage nach Wohnraum am Wasser. Nachfolgend lesen Sie, was sich die Stuttgarter Stadtplaner bislang haben einfallen lassen.

„Stadt am Fluss“ heißt das Motto der drei für die IBA eingereichten Projekte in Stuttgart-Ost, Bad Cannstatt und Untertürkheim. Eins stellen die Planer gleich zu Beginn klar: alle drei Projekte brauchen eine lange Vorlaufzeit. Sie stehen für ein „Stuttgart von übermorgen“, denn besonders im Bereich Infrastruktur muss noch einiges im Vorfeld passieren. Nichtsdestotrotz zeigen die Ideen, was in absehbarer Zukunft möglich wäre im Stuttgarter Städtebau.

Entwicklungspotenzial in Bad Cannstatt

In Bad Cannstatt gibt es Ideen, den gesamten Innenstadtbereich neu zu verknüpfen. Zugleich könnte die Altstadt weiterentwickelt und an den Neckar angebunden werden. Eine zentrale Rolle kommt in diesem Zusammenhang der Freiraumentwicklung am Neckarknie zu. Hier könnten weitere Erholungs- und Freizeitflächen entstehen. Viele Stadtplaner sehen in Bad Cannstatt die Möglichkeiten zu einer „wegweisenden Quartiersentwicklung mit einem Nutzungsmix aus neuen Arbeitswelten, neuen Wohnformen und experimenteller Bautypologie“, wie die Stadt Stuttgart auf ihrer Website schreibt.  Bewusst ist den Verantwortlichen jedoch, dass „Infrastrukturbarrieren“ erst aufgehoben werden müssen, damit zum Beispiel eine direkte Verbindung zum Neckar möglich ist. Ein weiteres Ziel ist, die Identität des ältesten Stuttgarter Stadtbezirks zu stärken, die Vorteile auszubauen – zum Beispiel den historischen Bestand in der Innenstadt hervorzuheben – und Gebäude zu realisieren, die an verschiedene Nutzungsideen angepasst werden können.

Stuttgart Ost: Leben am Fluss

Auch für die Gebiete am Neckarufer in Stuttgart-Ost gibt es bereits Ideen für durchmischte, dichte  Quartiere zum Leben und Arbeiten. Diese können jedoch frühestens ab 2037 realisiert werden, zu umfangreich sind die angestrebten Veränderungen in der Infrastruktur. Zunächst würde entlang des Neckarufers die B10 und B14 „transformiert“ werden, um die Areale in Flussnähe bestmöglich zu nutzen. Auch in Stuttgart-Ost geht es zunächst darum, durch innovative Mobilitätskonzepte die Verkehrsbelastung zu reduzieren, ohne die Mobilität zu beschneiden. Zugleich steht „Nachhaltigkeit“ im Fokus. Architekten beschäftigen sich mit energieerzeugenden Gebäuden und ressourceneffizientem Bauen. Wie in Bad Cannstatt, geht es auch im Ostteil der Stadt darum, das Viertel besser an weitere Stadtteile anzuschließen.

Quartiersentwicklung in Untertürkheim

Untertürkheim gehört zu den direkt am Neckar liegenden Stuttgarter Stadtbezirken. Hier haben die Stadtplaner ein rund 10,7 Hektar großes Areal ins Auge gefasst. Entstehen könnte etwa in der Altstadt ein urbanes, inklusives Wohn-, Arbeits- und Geschäftsquartier. Dieses wird aktuell bereits entwickelt. Am hervorragend angebundenen Karl Benz Platz könnte gemäß der Zukunftspläne ein Mix aus neuen Arbeitswelten und neuen Wohnformen realisiert werden. Um den Bezirk weiter aufzuwerten, wären unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte urbane Freizeitangebote am Neckarufer möglich, so die Stadtplaner.

Haussmann

Neubauprojekt in Stuttgart-Ost: HAUSSMANN HOMES. Bild: Bietigheimer Wohnbau GmbH

Stuttgart denkt weiter und bis zur Eröffnung der IBA 27 werden bereits einige der genannten Ideen konkretere Gestalt angenommen haben. Bereits vor 2027 realisiert dürften alle der auf dem neubau kompass Stuttgart gezeigten Neubauprojekte sein. In Stuttgart-Ost zum Beispiel entstehen 37 Eigentumswohnungen im Bauvorhaben „HAUSSMANN HOMES“. Das Besondere hier sind neben der modernen Architektur die eigenen Gärten im EG und 1. OG.

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