Leonberg plant Teilnahme an Internationaler Bauausstellung (IBA) 2027

Mit einem Neubauprojekt entlang der Berliner Straße will sich neben Stuttgart auch die Nachbarstadt Leonberg für die Internationale Bauausstellung 2027 bewerben. Die IBA 2027 gilt als neuer Meilenstein in der Stadtentwicklung der Region Stuttgart. Neubauprojekte, die in diesem Rahmen präsentiert werden, müssen strikte Vorgaben erfüllen und Wegweiser zum „Wohnen für morgen“ sein.

Das Neubau-Quartier in Leonberg entsteht am Rande des Stadtparks, der nun offiziell als Sanierungsgebiet gilt. Auch mit dem Stadtpark hat man in Leonberg einiges vor. Er soll mit dem Reiterstadion und der alten Autobahntrasse verbunden werden, um vernetzten Grünraum in der Stadt zu schaffen.

Während Stuttgart mit mehreren Projekten für die Bauausstellung an den Start gehen will, setzt man im benachbarten Leonberg bislang auf die geplante kleine Wohnsiedlung beim Stadtpark. Hier, im südlichen Teil der Berliner Straße, soll auf einem rund 0,8 Hektar großen Areal ein Neubau-Quartier entstehen. Wie Oberbürgermeister Martin Georg Cohn Medienberichten zufolge sagte, sei man für das Neubau-Quartier bereits im Gespräch mit einem Investor. Im Dezember 2019 wolle man sich erneut beim Gremium der Internationalen Bauausstellung mit dem Projekt bewerben.

Die Internationale Bauausstellung (IBA) 2027

Mit der IBA 2027 knüpft die Region Stuttgart an eine alte Tradition an: fast 100 Jahre ist es her, dass im Zuge der Bauausstellung 1927 die Weissenhofsiedlung (Foto) entstand.

Weissenhofsiedlung – Markenzeichen der IBA 1927 in Stuttgart. Bild: Stuttgart Tourist – © TMBW, Gregor Lengler

Das damalige Neubau-Quartier mit 33 kubischen Flachdachhäusern wurde in nur vier Monaten aus dem Boden gestampft. Die Planer wollten Antwort geben auf eine Frage, die Menschen heute ebenso beschäftigt wie vor hundert Jahren: „Wie wohnen“? Damals galten die quadratischen weißen Baukörper mit ihrer schlichten Eleganz als moderne Antwort auf die Frage nach dem besten Wohnen. Heutzutage widmet sich die Internationale Bauausstellung Themen wie „Integrierte Quartiere“, „Bezahlbarer Wohnraum“, „Digitale Vernetzung“ und „Ausbau der Infrastruktur“.

Seit jeher sind Internationale Bauausstellungen ein beliebtes Instrument des Städtebaus und der Stadtplanung. Sie gelten als „Labore auf Zeit“ und zeigen exemplarische Lösungen für aktuelle Wohnfragen. Die IBA 2027 steht unter dem Motto „Wandel im Wachstum“. Quartiere, die im Rahmen dieser Bauausstellung vorgestellt werden, müssen spezifische Anforderungen erfüllen. Zum einen müssen sie eine hohe bauliche Dichte vorweisen, damit vielfältige Wohnmöglichkeiten entstehen und eine „lebendige Nachbarschaft“ möglich wird. Zudem beherbergen Neubau-Quartiere nicht nur Wohneinheiten, sondern immer öfter auch Kitas, Büro- und Gewerbeflächen. Geschäfte und Gastronomie runden das Spektrum ab und wollen gekonnt ins Gesamtkonzept integriert sein. Ein weiterer Anspruch an moderne Wohn-Quartiere findet sich in der umweltbewussten Gestaltung, zum Beispiel dem Schaffen autofreier Zonen, und dem Miteinbeziehen des städtischen Kosmos.

Die Quartiere der IBA 2027 können sowohl im Neubau entstehen als auch auf früher anders genutzten Flächen oder durch Umwandlung alter Siedlungen aus den 60er und 70er Jahren. Weitere Möglichkeiten sind Verdichtung und Ergänzung von bestehenden Wohngebieten, Gewerbe- und Industriearealen. Auch müssen die neuen IBA-Quartiere nicht in der City liegen; Objekte aus dem ländlichen Raum können ebenso in die Bewerbungen eingehen.

Ein weiteres Neubauprojekt in Leonberg: PANDION LEON. Bild: PANDION

Ob das Projekt in Leonberg tatsächlich eine Chance hat, in den Katalog der IBA 2017 aufgenommen zu werden, entscheidet sich im kommenden Monat.

Werfen Sie in der Zwischenzeit einen Blick auf ein weiteres, umfangreiches Neubauprojekt in Leonberg. PANDION errichtet in der Jahnstraße / Feuerbacher Straße 112 Eigentumswohnungen im Neubauprojekt „PANDION LEON“.

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