Neue Quartiersmitte für Stuttgarts Bohnen- und Leonhardsviertel – die Leonhardsvorstadt auf dem Züblin-Areal

In Stuttgart-Mitte liegt das Bohnenviertel und das Leonhardsviertel. Die Landeshauptstadt Stuttgart plant für beide Viertel eine neue Quartiersmitte auf dem Züblin-Areal, wo sich derzeit das Züblin-Parkhaus befindet. Mit der Entwicklung zur neuen Leonhardsvorstadt soll das Bohnenviertel und das Leonhardsviertel zusammenwachsen. Im Rathaus ist die Rede von einem Neubau-Quartier, das innerstädtisches Wohnen für alle Gesellschaftsschichten bieten soll.

Im Fokus des Neubau-Projekts in Stuttgart-Mitte liegt das Bohnenviertel und das Leonhardsviertel, die nach Rathaus-Angaben zusammen das älteste Stadterweiterungsgebiet Stuttgarts darstellen. Die Vertreter der Stadt Stuttgart erhoffen sich durch das neue Projekt, dass beide Viertel wieder zusammenwachsen, da das Bohnenviertel und Leonhardsviertel nach dem Zweiten Weltkrieg eine unterschiedliche Entwicklung genommen haben. Das Ziel: die historische Einheit beider Viertel soll wiederhergestellt werden. Entstehen sollen neue Quartiersqualitäten – durch die Entwicklung zur Leonhardsvorstadt.

Innerstädtisches Wohnen für alle Gesellschaftsschichten

Mit der Entwicklung zur Leonhardsvorstadt einhergehen soll ein neues Quartiersbewusstsein. Die in der neuen Leonhardsvorstadt geplanten Stadträume und Bauwerke sollen den Stuttgartern neue Formen der Nutzung und Interaktion bieten, ist aus dem Rathaus zu erfahren. Neben neuem Wohnraum in der Stuttgarter Innenstadt sehen die Pläne auch neue Arbeitswelten sowie soziale und kulturelle Angebote im Quartier vor. Auf die neuen Arbeitswelten geht die Stadt Stuttgart bislang nicht näher ein.

Für alle Gesellschaftsschichten soll in der Leonhardsvorstadt in einer sozialen Durchmischung attraktives, innerstädtisches Wohnen möglich sein. Als Initiative für Nachbarschaftsprojekte, bürgerschaftliches Engagement und gemeinschaftliche Initiativen in dem neuen Stuttgarter Stadtquartier wurde der Verein Leonhardsvorstadt e.V. gegründet.

Initiative für Nachbarschaftsprojekte – der Leonhardsvorstadt e.V.

Bereits im vergangenen Jahr fand eine Aktionswoche zur weiteren Entwicklung der Leonhardsvorstadt statt. Die Projektinitiatoren waren das Team der Stuttgarter Studio Malta GbR – die nach eigenen Angaben maßstabsübergreifend in den Bereichen Stadtplanung, Städtebau, Architektur und Design an gestalterischen und partizipativen Prozessen arbeiten – und die Künstlerin Weiny Fitui. Die Künstlerin arbeitet nach Studio Malta-Angaben an freien Projekten und Formaten rund um das Thema nutzergetragene Stadtentwicklung.

Zu den Kooperationspartnern gehörten neben dem Leonhardsvorstadt e.V. das Institut für Landschaftsplanung und Ökologie an der Universität Stuttgart und der Lehrstuhl für internationalen Städtebau, ebenfalls an der Uni Stuttgart.

Die geplante Leonhardsvorstadt soll zukünftig, einen Zeitplan für die Realisierung gibt es bislang nicht, für das Stuttgarter Leonhardsviertel und das Bohnenviertel als neue Quartiersmitte dienen.

Die Vogelperspektive zeigt das Gebiet der neuen Leonhardsvorstadt, in der Mitte liegt das Züblin-Areal, die neue Quartiersmitte der Leonhardsvorstadt:

Bild: Stadt Stuttgart

Neue Quartiersmitte auf dem Züblin-Areal

Aus dem Stuttgarter Rathaus heißt es, dass Ideen für die neue Quartiersmitte auf der zentral im Quartier gelegenen Fläche des Züblin-Areals mit den Einwohnern von Stuttgart erarbeitet werden sollen. Für das Projekt soll auch die aktuelle Diskussion in Stuttgart über die Transformation des Stadtraums der Bundesstraße 14 (B 14) mit Blick auf die Umwandlung einer städtebaulichen Barriere in einen attraktiven und vernetzten Stadtraum einbezogen werden.

Die durch Stuttgart verlaufende B 14, links davon befindet sich die Leonhardskirche im Leonhardsviertel:

Bild: Thomas Wagner/Stadt Stuttgart

Neuer Stadtraum B 14 – Städtebaulicher Wettbewerb

Mit dem städtebaulichen Wettbewerb zur Zukunft der B 14 sollen seit Herbst 2019 Konzepte für die Neugestaltung des Stadtraums an der B 14 gefunden werden, die den öffentlichen Raum von Stuttgart entlang der B 14 aufwerten und die bislang trennende Wirkung der B 14 beseitigen.

Das Ziel ist auch eine attraktive Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer sowie neue begrünte Stadträume mit Aufenthaltsqualität in Stuttgarts Innenstadt. Zudem werden neue Mobilitätsanforderungen berücksichtigt – vermutlich geht es hierbei zum Beispiel um Car-Sharing-Services und E-Ladestationen für Elektro-Autos. Auch ein Ziel: der motorisierte Individualverkehr soll um 50 Prozent reduziert werden.

In den Wettbewerb zur Zukunft der B 14 wurde auch der Anschlussbereich des Österreichischen Platzes einbezogen, an den beispielsweise das Wohnquartier im Haussteigviertel angrenzt:

Bild: Jan Minges/Stadt Stuttgart

Außerdem informiert die Landeshauptstadt Stuttgart, dass zu dem neuen Stadtraum der B 14 der Marienplatz, der Schwanenplatztunnel und der Gebhard-Müller-Platz zählt.

Oftmals stark befahren – der Gebahrd-Müller-Platz:

Bild: Thomas Wagner/Stadt Stuttgart

Am Charlottenplatz soll zum Beispiel auch der Abschnitt bis zum Kunstmuseum Stuttgart in die Betrachtung mit einfließen.

Der Charlottenplatz in Stuttgart:

Bild: Jan Minges/Stadt Stuttgart

In der Diskussion um die Zukunft der B 14 ist auch die „Kulturmeile“ als Teil des Stuttgarter Cityrings ein Thema. In der „Kulturmeile“ sind die Staatsoper Stuttgart mit dem Stuttgarter Ballett und dem Schauspiel, die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (HMDK), die Württembergische Landesbibliothek und das Hauptstaatsarchiv sowie das Haus der Geschichte Baden-Württemberg zu finden.

Blick auf den von Kultur-Institutionen geprägten Straßenabschnitt der B 14, der in Stuttgart auch als „Kulturmeile“ bekannt ist:

Bild: Thomas Wagner/Stadt Stuttgart

Leonhardsvorstadt und Züblinareal: Teil der Internationalen Bauausstellung 2027

Zurück zur Leonhardsvorstadt: Die Landeshauptstadt Stuttgart teilte im vergangenen Jahr mit, dass das städtische IBA’27-Potenzial (IBA’27 – Internationale Bauausstellung 2027) der Leonhardsvorstadt / des Züblinareals, durch den Beschluss des Aufsichtsrats der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart GmbH, in das IBA’27-Netz aufgenommen wurde. Hintergrund: die Internationale Bauausstellung findet 2027 in der Region Stuttgart statt.

Die IBA-Koordination für die Stadtregion Stuttgart verkündete, dass im Zentrum des Vorhabens für das Bohnenviertel und das Leonhardsviertel das Areal des bisherigen Züblin-Parkhauses an der Nahtstelle beider Viertel stehe.

Ein Blick auf das Parkhaus Züblin in der Lazarettstraße 5 in Stuttgart-Mitte, im Hintergrund ragt am Leonhardsplatz die Leonhardskirche – die Stuttgart-Marketing GmbH spricht von der zweitältesten Kirche in Stuttgart (erbaut 1463-1466) – empor:

Bild: IBA’27 / Niels Schubert

Vorgesehen ist der Abriss des im Bild dargestellten Züblin-Parkhauses. Hier soll die neue Quartiersmitte des Bohnenviertels und des Leonhardsviertels, die Leonhardsvorstadt, Platz finden.

Die Geschichte des Stuttgarter Bohnenviertels

Wir drehen die Zeit zurück: Als erstes Wohnquartier außerhalb von Stuttgarts Stadtmauer entstand im 15. Jahrhundert das Bohnenviertel, so erzählt die Abteilung Kommunikation der Landeshauptstadt Stuttgart die Geschichte des Bohnenviertels. Deshalb wird das Bohnenviertel übrigens als die Wiege Stuttgarts bezeichnet.

Einst siedelten sich im Bohnenviertel Handwerker, Weinbauern, Kleinhändler und Pfandleiher an. Der Name Bohnenviertel geht auf die Armut seiner Bewohner zurück: In ihren Gärten pflanzten die Bewohner Bohnen an und hängten diese nach der Ernte zum Trocknen an ihren Häusern auf, so lautet die Geschichte.

Auch heute ist das Bohnenviertel von traditionellen Betrieben geprägt: von Kunst, Handel über Goldschmiedewerkstätten bis zu Handwerk und Schreinereien.

Wer heute durch das Bohnenviertel schlendert, trifft auf gemütliche Kneipen und Cafés und – das darf in der Weinanbau-Region Stuttgart nicht fehlen – Weinstuben. Zudem laden zahlreiche Antiquitäten- und Trödelläden zu einer Reise in vergangene Zeiten ein:

Bild: Stuttgart-Marketing GmbH

Neue Eigentumswohnungen in Feuerbach: „MAYLIVING“

Von der Geschichte des Bohnenviertels zurück in die Gegenwart Stuttgarts zu einem Neubau-Projekt in Feuerbach: Im Neubau „MAYLIVING“ vermarktet die GIEAG Immobilien AG 70 Eigentumswohnungen, von denen bereits 80 Prozent verkauft sind.

Der Neubau „MAYLIVING“ entsteht in Stuttgart-Feuerbach in der Maybachstraße 18:

Neubau von 70 Eigentumswohnungen: „MAYLIVING“ (Bild: GIEAG Immobilien AG).

Weitere Neubau-Vorhaben in Stuttgart finden Sie auf dem neubau kompass.

Unser Titelbild (Quelle: Thomas Wagner/Stadt Stuttgart) zeigt einen Blick auf das Bohnen- und Leonhardsviertel in Stuttgart.