Stuttgart deutschlandweit Trendsetter: Stadt baut nur noch klimaneutral

Mit der Umsetzung des Klimaschutzaktionsprogramms „Weltklima in Not – Stuttgart handelt“ nimmt Stuttgart deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein. Künftig werden sämtliche Neubauten der Stadtverwaltung und ihrer Eigenbetriebe klimaneutral, wenn möglich sogar als Plusenergiehaus, errichtet. Auch bei der Sanierung städtischer Gebäude werden Klimaschutz-Aspekte fortan stärker als zuvor berücksichtigt. Lesen Sie, was Stuttgart künftig anders macht in Sachen Klimaschutz.

Mit dem Aktionsprogramm „Weltklima in Not – Stuttgart handelt“ will die Stadt ihre Aktivitäten im Klimaschutz steigern und bis spätestens 2050 klimaneutral sein. Konkret heißt das: im Vergleich zu 1990 soll der städtische CO2-Ausstoß bis 2050 um 95 Prozent gesenkt werden. Dafür hat sich die Metropole zur Einhaltung von Meilensteinen verpflichtet: bis zum Jahr 2030 soll der CO2-Ausstoß um 65 Prozent sinken, bis zum Jahr 2040 um 80 Prozent und im Jahr 2050 soll dann das legendäre Ziel von 95 Prozent erreicht sein. Möglich wird das durch drei Säulen, die Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt folgendermaßen zusammenfasst: „Wichtig für uns ist die Nutzung von erneuerbaren Energien, die Energieeffizienz und der sparsame Einsatz von Ressourcen. Diese energetischen Vorgaben unterstreichen unsere Ambitionen,“ so Pätzold in der jüngst veröffentlichten Pressemeldung der Stadt Stuttgart.

200 Millionen Euro für den Klimaschutz

Außerdem will die Stadt Stuttgart bis 2030 auf den Einsatz von Kohle zur Energiegewinnung verzichten und bis zum Jahr 2050 ihre Energie komplett aus nachhaltigen Quellen beziehen. Die Kosten für die angestrebte Klimaneutralität sind gesalzen und liegen bei rund 200 Millionen Euro. Um das alles auch finanziell stemmen zu können, nutzt die Stadt neben den bereits vorhandenen Mitteln einen Klimaschutzfonds, der aus den Haushaltsüberschüssen von 2018 finanziert werden soll.

Neue Gebäude in Holz- oder Holzhybrid-Bauweise

Auch was die verwendeten Materialien betrifft, wird sich künftig bei städtischen Gebäuden einiges ändern. Neubauprojekte der Stadt, die bis zu zwei Vollgeschosse umfassen, entstehen ab jetzt in Holz- oder Holzhybridbauweise. Wenn Beton verwendet wird, soll dieser zu mindestens 30 Prozent aus Recyclingbeton bestehen. Der Einsatz von Recyclingbeton im Bauwesen ist ein vergleichsweise junges Verfahren. Hierbei wird der ursprünglich verwendete Kies bzw. der gebrochene Stein zu einem gewissen Anteil durch wiederaufbereiteten Schutt ersetzt. Das spart Ressourcen. Da diese Form des Betons bei der Durchmischung jedoch unter anderem mehr Wasser und Zement benötigt, ist die entsprechende Produktion ungleich aufwendiger als bei herkömmlichem Beton.

Energieeffizientes Neubauprojekt mit 22 Eigentumswohnungen: UPTOWN green living. Bild: Bietigheimer Wohnbau GmbH

Absolut innovativ ist die angestrebte Holz- bzw. Holzhybridbauweise bei städtischen Gebäuden. Nicht erst seit diesem Jahr gilt Holz als einer der begehrtesten (wieder) entdeckten Baustoffe. Nicht umsonst, denn Holz bietet zahlreiche Vorteile. Zum Beispiel eine sehr lange Nutzungsdauer, eine hervorragende Dämmung und nicht zuletzt ein gutes Raumklima. Zudem gibt der nachwachsende Rohstoff bereits bei der Entstehung weitaus mehr Energie ab, als er verbraucht.

Letzteres gilt auch für das Prinzip des Plusenergiehauses. Den Level „Plusenergiehaus“ zu erreichen, ist ein definitives Ziel des neuen Aktionsprogramms in Stuttgart.  Ein Plusenergiehaus stellt mehr Energie bereit, als es verbraucht. Diese zusätzlich generierte Energie kann später ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die positive Energiebilanz erzeugt das Plusenergiehaus unter anderem durch eine hervorragend gedämmte Gebäudehülle, dreifach verglaste Fenster und eine energieeffiziente Heiztechnik, u.a. mit einer Solaranlage auf dem Dach oder Solarthermie.

Nicht nur bei städtischen Neubauprojekten, auch bei neuen Wohn-Immobilien in Stuttgart setzen immer mehr Bauträger auf Nachhaltigkeit. So auch beim Neubauvorhaben „UPTOWN green living“ in Stuttgart-Möhringen. Dieser Neubau mit seinen 22 Eigentumswohnungen weist eine positive Energiebilanz auf – es wird mehr Energie erzeugt, als verbraucht wird. Lesen Sie mehr zum Neubau „UPTOWN green living“.

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Titelbild: pixabay